Kinderhaus   Schatzkiste

Spezielle pädagogische  Schwerpunkte

 
Ein zweites Zuhause schaffen
Der Mensch strebt nach Sicherheit und Geborgenheit. Dieses Bedürfnis ist umso stärker, umso mehr man auf seine Mitmenschen und sein Umfeld angewiesen ist. Forschungen haben gezeigt, dass sich Kinder in einem sicheren Umfeld freier und sicherer entfalten können und ihre Entwicklung bei einer fremden und unsicheren Umgebung gehemmt ist. Deswegen ist es ein wichtiger Grundpfeiler in der pädagogischen Arbeit, dass die Krippenkinder den Alltag in der Krippe als alltäglich erleben. Nur wenn sie sich sicher, geborgen und liebevoll angenommen fühlen, können sie ihrer intrinsischen Motivation nach Entwicklung nachgehen. Uns ist es wichtig, dass die Kinder hier ein zweites zu Hause erfahren. Unter diesem Grundgedanken gliedern sich viele unserer pädagogischen Schwerpunkte.
 
Bezugsperson und Bezugsoatenschaft
Die erste und auch engste Bindung gehen Kinder mit den Personen ein, die sie seit ihrer Geburt behutsam und liebevoll betreuen. In der Kinderkrippe erleben sie das erste Mal eine Trennung von dieser Person und brauchen deshalb eine andere Person, welche ihnen Rückhalt und Rückzugsmöglichkeiten bietet. Aus diesem Grund wird bei uns jedes Kind sehr individuell und einfühlsam von einer pädagogischen Kraft angenommen. Diese wird die Bezugsperson für das Kind und die Eltern und übernimmt die Eingewöhnung sowie Elterngespräche. Jede pädagogische Kraft betreut somit im Schnitt vier Kinder. Jeweils zwei Fachkräfte finden sich in Patenschaften zusammen um den Alltag, Beobachtungen, Dokumentationen und Entwicklungsgespräche gemeinsam zu gestalten. Dieser Bezugspate ist für das Kind und die Eltern der zweite Ansprechpartner.

Eingewöhnung
Eingewöhnung Die Eingewöhnung ist in der Krippe ein sehr wichtiger Punkt, der zum guten Start und zur Entwicklung des Kindes einen großen Beitrag leistet. Während dieser Zeit ermöglichen wir dem Kind mit Begleitung eines Erziehungsberechtigten die Bezugsperson, die Räumlichkeiten, den Tagesablauf und die anderen Kinder und Erwachsenen kennenzulernen. Die Trennungsphasen werden sehr ans Berliner Modell angelehnt, jedoch wird der Verlauf einer Eingewöhnung immer individuell an die Bedürfnisse des Kindes angepasst. Unser Ziel ist es, dass dem Kind der Einstieg in den neuen Lebensraum erleichtert wird, es Beziehungen zu andern Personen aufbauen kann und es die Sicherheit spürt, sich frei entwickeln zu können und dass es nach der Krippenzeit wieder von einem Familienmitglied abgeholt wird.

Bedürfnisbefriedigung steht an erster Stelle - Tagesrythmus
Jeder Mensch hat Grundbedürfnisse, welche befriedigt werden müssen. Von Geburt an sind wir angestrebt uns diese Bedürfnisse zu erfüllen bzw. uns so zu äußern, dass wir sie erfüllt bekommen. Erst mit fortschreitendem Alter lernen wir Bedürfnisse aufzuschieben (ab dem Kindergartenalter). Davor stehen sie immer an erster Stelle, was bedeutet, dass erst nach der Bedürfnisbefriedigung wieder Raum für Entwicklung ist. Weil jeder Mensch zu einem andern Zeitpunkt ein Bedürfnis erfährt und es befriedigen muss, leben wir in der Krippe unseren Tag nicht mehr nach festen Zeiten, sondern haben ihn rhythmisiert. So erleben die Kinder weiterhin Orientierung durch den Tag aber haben die Möglichkeit Bedürfnisse, wie Hunger, Durst, Ruhe, Schlaf, Bewegung, soziale Begegnungen und dem Bedürfnis nach Entwicklung zu ihren individuellen Zeiten und in ihrem Rahmen nach zu gehen. Wir sehen den bedürfnisorientierten Alltag, als Chance sich selbst besser kennen zu lernen und für sich selbst zu sorgen. Hierfür begleiten und unterstützen wir die Kinder liebevoll. Des Weiteren sehen wir diese Orte der Bedürfnisbefriedigung nicht als Nutzen zum Zweck, sondern als Orte in denen die vielfältigsten Lernerfahrungen gemacht werden können. In jeder Situation in der Kinder etwas selber tun können oder etwas erfahren, lernen sie.

Die Küche: Bedürfins nach Hunger und Durst
Die Essenssituation spielt im Kindesalter eine große Rolle. Die Kinder bilden sich in dieser Alltagssituation in verschiedenen Bereichen weiter. Zum einen spüren sie sich in der Gruppe und das Gruppengefühl wird entwickelt. Zum anderen wird ihre Entwicklung zur Selbstständigkeit und zur Feinmotorik geschult. Der wichtigste Punkt ist, dass das Essen und Trinken für die Wahrnehmung ein sehr sinnesreiches Erleben ist. Die Kinder kommen mit ihren Händen, ihrer Haut und ihrem Mundraum mit unterschiedlichsten Nahrungen und verschiedenen Temperaturen und Konsistenzen in Kontakt. Ihr Geschmacksinn reift sich aus und sie lernen ihre Vorlieben und Abneigungen kennen. Uns ist sehr wichtig, dass die Kinder selbstbestimmte Ernährung erlernen, dass heißt sie bekommen bei uns die Chance selbst zu entscheiden wann, was und wie viel sie essen möchten. Dies geschieht immer in Begleitung einer Fachkraft, welche im Blick hat, was und wie viel das Kind über den Tag gegessen hat und es auch zu ermutigen versucht, neue Lebensmittel und Rezepte zu kosten, um sich danach ein Urteil zu bilden.

Kuschelraum und Schlafraum: Bedürfnis nach Schlafen und Ruhe
Auch die Ruhezeiten und die Möglichkeiten für Rückzug sind sehr wichtig. Viele Eindrücke, Erfahrungen und Ereignisse rieseln den ganzen Tag auf die Kinder ein. Sie sind in ihrem Spiel und im Alltag ständig dabei sich weiterzuentwickeln und ihre Fähigkeiten auszubauen. Um diese Fertigkeiten erreichen zu können und sie für ihren neuen Entwicklungsschritt nützlich zu machen, brauchen Kinder auch die nötige Zeit, dies zu verarbeiten und neue Energie zu schöpfen. Wir vom Personal achten sehr stark darauf, dass die Kinder nicht in eine Reizüberflutung und einer Überforderung kommen und sind darauf bedacht, ihnen in solchen Situationen den nötigen Schutz zu bieten und einen Ruheort zu schaffen.

Alle Räume: Bedürfnis nach sozialen Begegnungen
In allen Lebenssituationen sind auch soziale Begegnungen von großer Bedeutung. Kinder sind an ihren Mitmenschen interessiert und wollen mit und voneinander lernen. Bereits nach der Geburt treten Kinder mit ihrer Umwelt in Interaktion. Während der gesamten Kindheit nimmt dieser Bereich einen erheblich großen Entwicklungsbereich ein. Obwohl oder gerade weil Kleinkinder noch sehr auf sich bezogen sind, ist das Gegenüber ein sehr interessantes „Spielobjekt“. Soziale Begegnungen beginnen mit Beobachten und ersten Kontakten durch Blicke und Laute und wachsen zunehmend mit der Spielentwicklung. Jeder Raum und jede Spielsituation bietet den Kindern Möglichkeiten in Kontakt zu treten. Sie lernen, wie sich positive und auch negative Kontaktaufnahme unterscheidet. Sie haben Konflikte und lernen sie zu lösen. Diese Erfahrungen sind mit vielen Emotionen verbunden und stellen die Kinder immer wieder vor neue Herausforderungen, welche wir mit ihnen durch liebevolles begleiten und einfühlsames erläutern bewältigen.

Spielräume und Garten: Bedürfnis nach Bewegung
Kleinkinder haben einen großen Drang und viel Spaß an Bewegungen. In dieser Zeit lernen sie viel im Bereich der Motorik und sind motiviert ihre Fähigkeiten zu festigen bzw. auszubauen. Für motorische Fähigkeiten gibt es im Kindes- und Jugendalter gewisse Zeitfenster, welche genutzt werden müssen, damit sich Grundbewegungsformen als Muster im Gehirn verankern. Unser Alltag mit seinen Räumen ist so ausgelegt, dass den Kindern der Raum für Bewegung gegeben wird.

Sauberkeitserziehung und hygienische Maßnahmen
Das Thema Sauberkeitserziehung und das Durchführen von hygienischen Maßnahmen ist eine sehr intime Situation für das Kind, deshalb ist es von großer Bedeutung, dass zwischen dem Kind und seiner Bezugsperson oder Bezugspaten eine gute Beziehung besteht. Des Weiteren sind es sehr sinnliche Erfahrungen, welche das Kind beim Wickeln, Händewaschen oder beim Toilettengang macht. Von Seiten der pädagogischen Kraft nehmen wir uns viel Zeit für die Kinder, gehen mit diesen Situationen sehr bewusst und liebevoll um und beziehen das Kind in diese Situationen durch Motivation zur Teilnahme und „Versprachlichung“ unserer Tätigkeiten bewusst mit ein. Zum Ende des dritten Lebensjahrs wird auch der Toilettengang für die Kinder immer interessanter. Sie erleben ihre Blasen- und Darmfunktionen bewusst und lernen, diese zu kontrollieren. Wir unterstützen diesen Entwicklungsschritt der Kinder, jedoch wird von uns kein Druck erzeugt. Jedes Kind bekommt seine individuelle Zeit zugesprochen und es werden auch Rückschritte liebevoll akzeptiert.

Visuelles Arbeiten: Portfolio, Bildungsgeschichten, Lerngeschichten, Fotos
Das Portfolio ist eine Form der Sammlung, welche die Entwicklung und Bildung des Kindes dokumentiert. Hierfür arbeiten wir mit Bildersammlungen, Bildungs- und Lerngeschichten. Es werden alle „persönlichen Schätze“ wie Lernerfahrungen, Alltagssituationen, Bilder, Basteleien und Interessen des Kindes festgehalten. Dies ist ein wichtiger Baustein für Selbstbildungsprozesse. Das Kind erlebt eine intensive Auseinandersetzung mit sich selbst und kann mit anderen Mitmenschen in Dialog treten. Das Portfolio ist eine ressourcenorientierte Dokumentation und ein tolles Erinnerungsstück für die ganze Familie.

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