Kinderhaus   Schatzkiste

Spezielle pädagogische  Schwerpunkte


Offene Arbeit

Offene Arbeit wird im pädagogischen Bereich als eine vielseitig einsetzbare und auch umsetzbare Methode gesehen. Hier wird dem Personal ermöglicht, aus mehreren fundierten pädagogischen Ansätzen (z.B. Situationsorientierter Ansatz, Montessori, Reggio) den entsprechenden Teil passend auf die Bedürfnisse der Gruppe und der einzelnen Kinder umzusetzen. Den Kindern bietet es eine größere Auswahl an verschiedenen Spielecken und somit auch Bildungsmöglichkeiten, sowie eine größere Auswahl von Spielpartnern, welche die gleichen Interessen teilen. Wir im Kinderhaus sehen diese Methode als eine große Chance, die Kinder durch individuelles und kindgerechtes Arbeiten genau dort aufzufangen, wo sie im Moment in ihrer Entwicklung stehen und mit ihnen sensibel den nächsten Schritt zu gehen. Hierbei können wir gezielt auf die Basiskompetenzen (Punkt 7.1) eingehen und ein Lernen von- und miteinander in einer großen Gemeinschaft erleben.

 

Bezugsperson und Bezugspatenschaften

Damit sich Kinder frei entfalten und ihrem Forscherdrang nachgehen können, brauchen sie einen Ort, an dem sie sich sicher und geborgen fühlen. Die erste und auch engste Bindung gehen sie mit den Personen ein, die sie seit ihrer Geburt behutsam und liebevoll betreuen. In der Kinderkrippe erleben sie das erste Mal eine Trennung von dieser Person und brauchen deshalb eine andere Person, welche ihnen  Rückhalt und Rückzugsmöglichkeit bietet. Aus diesem Grund wird bei uns jedes Kind sehr individuell und einfühlsam von einer pädagogischen Kraft angenommen. Diese wird die Bezugsperson für das Kind und die Eltern und übernimmt die Eingewöhnung sowie Elterngespräche. Jede pädagogische Kraft betreut somit im Schnitt vier Kinder. Jeweils zwei Fachkräfte werden sich in Patenschaften zusammentun und den Alltag, Beobachtungen, Dokumentationen und Entwicklungsgespräche gemeinsam gestalten. Dieser Bezugspate ist für das Kind und die Eltern der zweite Ansprechpartner bei Fragen zur Entwicklung des Kindes.

 

Eingewöhnung

Die Eingewöhnung ist in der Krippe ein sehr wichtiger Punkt, der zum guten Start und zur Entwicklung des Kindes einen großen Beitrag leistet. Während dieser Zeit ermöglichen wir dem Kind mit Begleitung eines Erziehungsberechtigten die Bezugsperson, die Räumlichkeiten, den Tagesablauf und die anderen Kinder und Erwachsenen kennenzulernen. Die Trennungsphasen werden sehr ans Berliner Modell angelehnt, jedoch wird der Verlauf einer Eingewöhnung immer individuell an die Bedürfnisse des Kindes und auch an die der Eltern angepasst. Unser Ziel ist es, dass dem Kind der Einstieg in den neuen Lebensraum erleichtert wird, es Beziehungen zu andern Personen aufbauen kann und es die Sicherheit spürt, dass es nach der Krippenzeit wieder von einem Familienmitglied abgeholt wird.

 

Pädagogische Spielangebote im Freispiel

Das Spiel ist der Motor für kindliche Entwicklung. Hierbei setzt sich das Kind aktiv mit seiner Umwelt auseinander. Im Krippenalltag möchten wir den Kindern viel Freiraum für ihr kindliches Spielen lassen und diese wichtigen Entwicklungsprozesse unterstützen. Aus diesem Grund bieten wir den Kindern verschiedene Spielangebote an, welche sie je nach Belieben ausprobieren können. Wir verstehen das Spiel und diese Spielerfahrungen gleichzeitig als Lernerfahrungen. Die Kinder können individuell nach ihrem Entwicklungsbedürfnis an den Angeboten teilnehmen. Die Auslegung und Benutzung des angebotenen Materials sowie die Dauer der Beschäftigung wird ganz dem Kind überlassen. Die Spielangebote finden über einen längeren Zeitraum statt, um allen Kindern die nötige Zeit geben zu können, in ihrem Tempo zu lernen. Dadurch können wir stark die Experimentierspiele der Kleinkinder unterstützen und ermöglichen ihnen viele Erfahrungen in ihrer sinnlichen Wahrnehmung, in der Auseinandersetzung mit Gesetzmäßigkeiten und in ihrer Selbstwirksamkeit.

 

Sauberkeitserziehung und hygienische Maßnahmen

Das Thema Sauberkeitserziehung und das Durchführen von hygienischen Maßnahmen ist eine sehr intime Situation für das Kind, deshalb ist es von großer Bedeutung, dass zwischen dem Kind und seiner Bezugsperson oder Bezugspaten eine gute Beziehung besteht. Des Weiteren sind es sehr sinnliche Erfahrungen, welche das Kind beim Wickeln, Händewaschen oder beim Toilettengang macht. Von Seiten der pädagogischen Kraft nehmen wir uns viel Zeit für die Kinder, gehen mit diesen Situationen sehr bewusst und liebevoll um und beziehen das Kind in diese Situationen durch Motivation zur Teilnahme und „Versprachlichung“ unserer Tätigkeiten bewusst mit ein.

Zum Ende des dritten Lebensjahrs wird auch der Toilettengang für die Kinder immer interessanter. Sie erleben ihre Blasen- und Darmfunktionen bewusst und lernen, diese zu kontrollieren. Wir unterstützen diesen Entwicklungsschritt der Kinder, jedoch wird von uns kein Druck erzeugt. Jedes Kind bekommt seine individuelle Zeit zugesprochen und es werden auch Rückschritte liebevoll akzeptiert.

 

Mahlzeiten

Die Essensituation spielt im Kindesalter, aber vor allem in der Krippe eine große Rolle. Die Kinder bilden sich in dieser Alltagssituation in verschiedenen Bereichen weiter. Zum Einen spüren sie sich in der Gruppe und das Gemeinschaftsgefühl wird gestärkt. Zum Anderen wird ihre Entwicklung zur Selbstständigkeit und zur Feinmotorik geschult. Der wichtigste Punkt ist, dass das Essen und Trinken für die Wahrnehmung ein sehr sinnesreiches Erleben ist. Die Kinder kommen mit ihren Händen, ihrer Haut und ihrem Mundraum mit unterschiedlichsten Nahrungen und verschiedenen Temperaturen und Konsistenzen in Kontakt. Ihr Geschmacksinn reift sich aus und sie lernen ihre Vorlieben und Abneigungen kennen. Uns ist sehr wichtig, dass die Kinder selbstbestimmte Ernährung erlernen, das heißt sie bekommen bei uns die Chance ihre Speisenwahl und –menge selbst zu entscheiden. Jedoch versuchen wir, sie zu ermutigen, neue Lebensmittel und Rezepte zu kosten, um sich danach ein Urteil zu bilden.

 

Schlafen und Ruhen

Auch die Ruhezeiten und die Möglichkeiten für Rückzug sind sehr wichtig. Viele Eindrücke, Erfahrungen und Ereignisse rieseln den ganzen Tag auf die Kinder ein. Sie sind in ihrem Spiel und im Alltag ständig dabei sich weiterzuentwickeln und ihre Fähigkeiten auszubauen. Um diese Fertigkeiten erreichen zu können und sie für ihren neuen Entwicklungsschritt nützlich zu machen, brauchen Kinder auch die nötige Zeit, dies zu verarbeiten und neue Energie zu schöpfen. Wir vom Personal achten sehr stark darauf, dass die Kinder nicht in eine Reizüberflutung und einer Überforderung kommen und sind darauf bedacht, ihnen in solchen Situationen den nötigen Schutz zu bieten und einen Ruheort zu schaffen.


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